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Einführung und Redox-Reihe

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Material, Chemikalien und Hinweise

A. Einführung

Material

A.1 Brennende Metallpulver

  • Bunsenbrenner an Stativ und Feuerzeug
  • Grosse Eternit-Platte
  • Frische, nicht klumpende Metallpulver (Fe ohne Klumpen, Mg, Al wenn frisch, Cu als Kontrolle) mit Rinnenspatel
  • Pulverzerstäuber aus DC-Handpumpe und Glaswinkel

A.2 Metallkationen reagieren mit Metallen

  • 2 kleine Bechergläser
  • Zinkplättchen
  • Eisennagel
  • CuSO₄ (1M) (Vorsicht: Cu(NO₃)₂ geht nicht!!! Möglicherweise wird die Eisenoberfläche durch die Nitrationen - passiviert).
  • AgNO₃ (0.1 M)
  • Digitales Mikroskop

A.3 Magnesium reagiert mit Iod

  • grosses Reagenzglas, horizontal an einem Stativ befestigt
  • Bunsenbrenner mit Feuerzeug
  • Watte
  • Magnesiumpulver
  • Iod
Durchführung und Hinweise

A.1 Brennende Metallpulver

  • In einen über feuerfester Unterlage schräg montierten Bunsenbrenner
  • werden mit dem Polylöffel Metallpulver gestreut – Kupfer, Eisen, Magnesium, Aluminium.
  • Ordne nach Reaktivität und stelle Reaktionsgleichungen auf

Statt mit dem Polylöffel zu streuen, kann man auch eine DC-Pumpe an einen Glasrohrwinkel anschliessen, den Winkel mit Metallpulver füllen und unten neben die Flamme halten und das Metallpulver mit der DC-Pumpe in die Flamme blasen. Vorsichtig: Wenn das Metall Klumpen enthält und diese brennend auf Oberflächen fallen, kann die Oberfläche beschädigt werden.

A.2 Metallkationen reagieren mit Metallen

  • Metallisches Eisen wird in eine Kupfer(II)-sulfatlösung gelegt
  • Ein Zink-Plättchen wird in eine Lösung mit Silber(I)-Nitrat getaucht. die wachsenden Nadeln werden mit dem digitalen Mikroskop über den Beamer mitverfolgt.

A.3 Reaktion von Magnesium mit Iod

  • Zwei Iodkügelchen werden an das geschlossene Ende des RG gelegt
  • Zwei rinnenspatel Magnesiumpulver werden in der Mitte des RG verteilt.
  • RG mit Watte verschliessen.
  • Iod mit Bunsenbrenner erhitzen

Das Iod verteilt sich im RG. Sobald das RG mit Iod gefüllt ist, wird das Magnesium erhitzt, bis eine eindeutig Reaktion stattfindet (leichte Funkenentwicklung)

Iod und Magnesium werden im RG erhitzt

https://www.youtube.com/watch?v=BeLXx4faAjY

B. Redox-Reihe

Material

B.1 Redoxreihe mit Kupfer, Silber, Zink (Oxidationsvermögen von Metallkationen, Reduktionsvermögen von Metallen)

Demo-Experiment (nur ein mal)

Lösungen (jeweils in Tropfflasche oder mit Pipette in kleinem Erlenmayer) von

  • Kupfer(II)-nitrat (1M) (es geht nur mit Nitrat, da CuCl2 Silberionen fällt und Sulfat offenbar zu wenig löslich (oder auch Fällung)
  • Zink(II)-nitrat (0.1M)
  • Silber(I)-nitrat (0.1M)

Feste kleine Stücke (je 2) von

  • kleine Kupferblechstücke
  • Zinkstücke
  • kleine Silberstücke
  • Eisennagel
  • 9 kleine Bechergläser

B.2 Oxidations- und Reduktionsvermögen von Nichtmetallen und Anionen

Schülerversuch: lab2go.ksrotkreuz.ch/experimente/redox/start/

  • RG Ständer
  • 9 RG mit Stopfen, passend auf RG

In einem Abzug (jeweils in Tropfflasche oder mit Pipette in kleinem Erlenmayer)

  • Lugolsche Lösung
  • Bromwasser
  • Möglichst frisches Chlorwasser
  • Heptan

Wässrige Lösungen (0.1 M) (jeweils in Tropfflasche oder mit Pipette in Erlenmayer) von

  • KI oder NaI
  • KCl oder NaCl
  • KBr oder NaBr
Durchführung und Hinweise

B.1 Redoxreihe mit Kupfer, Silber, Zink (Oxidationsvermögen von Metallkationen, Reduktionsvermögen von Metallen)

Die Metallstücke werden in wässrige Lösungen von Salzen gestellt (Gleiche Anordnung der BG wie in der Matrix unten). Dabei läuft manchmal keine Reaktion ab, manchmal scheidet sich auf dem Metallstück ein weiteres Metall ab. Markiere jedes Feld mit o, falls keine Reaktion abläuft, mit +, falls sich ein Metall abscheidet.

AgNO₃ (Ag⁺) Cu(NO₃)₂ (Cu²⁺) Zn(NO₃)₂ (Zn²⁺)
Silber Ag°
Kupfer Cu°
Zink Zn°
  • Ordne die Metalle von oben nach unten nach abnehmendem Reduktionsvermögen, die Kationen daneben nach zunehmendem Oxidationsvermögen. Was fällt auf?

B.2 Oxidations- und Reduktionsvermögen von Nichtmetallen und Anionen

  • In drei Reagenzgläsern werden Chlorwasser, Bromwasser und "Iodwasser" (Lugolsche Lösung) mit etwas Heptan überschichtet und geschüttelt. die Farben des Heptan werden festgehalten (in folgender Tabelle in den RG in der Kopfzeile)

  • Nun werden 6 RG entsprechend der Tabelle angeordnet und je mit 1 mL einer Halogenidlösung und 1 mL der wässrigen Lösung eines Halogens bestückt, mit 1 mL Heptan überschichtet und geschüttelt.

  • Protokolliere das Ergebnis (durch Einzeichnen in den RG)
  • Ordne die Halogenidionen nach abnehmendem Reduktionsvermögen, die Halogene nach zunehmendem Reduktionsvermögen. Was fällt auf?

Redoxreihe mit Nichtmetallen erstellen

C Norm-Redox-Paar in der Chemie

C.1

Material

Pro Gruppe. Lösungen jeweils in Tropfflaschen oder mit Tropfpipette auf Papierserviette:

  • Ein durchbohrter Stopfen mit Glasrohr (Pasteurpipette), passend auf RG.

Pro Klasse

  • Salzsäure 1.0 mol/L
  • Natriumchloridlösung
  • Magnesiumband mit Schere
  • Lithiumdraht in Petrol
  • Zum Schneiden des Lithiums: Glasplatte, Messer, grosse Pinzette, Handschuhe.
  • 2 Tropfflaschen mit Phenolphthalein
  • Feuerzeug, Span für Glimmspanprobe,
  • Kartuschen-Gasbrenner
Durchführung und Hinweise

Magnesium mit Säure

  • Fülle ein Reagenzglas ca. 3 cm hoch mit Salzsäure 1.0 M
  • Fülle ein anderes Reagenzglas ca. 3 cm hoch mit einer Natriumchlorid-Lösung.
  • Gib je ein Stück Magnesium zu
  • Um welchen Stoff könnte es sich bei dem entstehenden Gas grundsätzlich handeln? Überlegen anhand von Atomsorten etc. Überprüfe experimentell
  • Wasser kann nicht der direkte Reaktionspartner von Magnesium sein, da in reinem Wasser keine heftige Reaktion abläuft

Lithium mit Wasser

  • Fülle ein Reagenzglas ca. 3 cm hoch mit deionisiertem Wasser
  • Gib einige Tropfen Phenolphthalein zu
  • Gib ein Stück Lithium zu
  • Mache eine Vorhersage bezüglich des entstehenden Gases und überprüfe experimentell.

Magnesium mit Wasser

  • Fülle ein Reagenzglas ca. 3 cm hoch mit deionisiertem Wasser
  • Gib einige Tropfen Phenolphthalein zu
  • Gib ein Stück Magnesium zu
  • Beobachte sehr genau.

D Versuche zur Redox-Reihe

Material

D.1 Kupfer und Schwefel (als Illustration statt Aluminium und Schwefel)

  • Reagenzglas
  • RG Klammer
  • RG Ständer
  • Kupferblech, 10 cm lang und so breit, dass es in das Reagenzglas hinen passt.
  • Pinzette
  • Gasbrenner mit Feuerzeut
  • Becherglas mit Wasser
  • kleine feuerfeste Unterlage

D.2 Quick and dirty-Versuch mit Zinkpulver und Kupfer(II)-chlorid dihydrat

  • Kupfer(II)-chlorid dihydrat (das Kristallwasser ist wichtig. Es katalysiert die Reaktion!) mit Polylöffel auf Papierserviette
  • Zink-Pulver mit Polylöffel auf Papierserviette
  • Grosses RG mit passendem Stopfen
  • Gartenhandschuhe

D.3 Edle und unedle Metalle

Je mit Polylöffel auf Papierserviette:

  • Magnesiumpulver
  • Zinkpulver
  • Kupfer-Pulver

zudem

  • Salzsäure 1 mol/L mit Tropfpipette in kleinem Erlenmeyer
  • Salzsäure conz (im ABZUG mit Warn-Piktogramm) mit Tropfpipette in kleinem Erlenmeyer
Falls Demo-Versuch
  • RG-Ständer mit 3 RG
  • kleine Kristallisierschale
Falls Praktikums-Versuch:
  • Karton mit RG
  • Pro Gruppe: RG-Ständer

D.4 Reinigen von Silber

lab2go.ksrotkreuz.ch -> Redox -> Verschiedene Redox-Experimente

D.5 Experimente zur Redox-Reihe: Bildung von Magnesiumoxid und Magnesiumnitrid

Auf Dreibein mit Drahtnetz ein ca. 2 cm hoher Kegel aus Magnesiumspänen aufschichten, mit dem Bunsenbrenner anzünden (nicht Cartuschen-Bunsenbrenner, da bei diesem beim Umkehren flüssiges Butan aus der Düse kommt)

Beginn zögerlich zu brennen. Ganz wenig Wasser zugeben, gibt richtige Flamme, mehr Wasser gibt Feuerwerk, dann ausbrennen lassen.

Reaktion mit wasser ergibt genau dasselbe Produkt wie mit Sauerstoff, zudem eine Flamme (->Gasförmiger brennbarer Stoff). Was also geschieht? Magnesium ist so reaktiv, dass es sich O-Atome sogar aus Wasser krallen kann (würde uns nicht gelingen: es nützt nichts, Wasser einzuatmen, wenn der Sauerstoff etwas knapp wird.)

Nach dem Abbrennen: Magnesiumkegel auseinandernehmen. Innerhalb des weissen Magnesiumoxides findet man einen schwarzen Bereich: nachdem aller Sauerstoff aufgebraucht wurde, reagiert das Magnesium mit dem nächst reaktiven Gas: CO2. Wieder entsteht dasselbe Magnesiumoxid (auch hier reisst sich das Magnesium die O-Atome), und was noch? Kohle! Weiter innen grünes Material. Zuspritzen von wasser ergibt Dampf, Hitze, also ist das grüne Material nicht stabil, eine Notlösung. Geruch von Ammoniak  muss N-Atome enthalten. Was könnte es sein? Magnesiumnitrid. Mg ist dermassen reaktiv, dass es also sogar mit Stickstoff reagieren kann, als Notlösung, wenn kein Sauerstoff zur Verfügung steht.

Nitrid-Ionen sind aber energetisch ungünstig und normalerweise nicht stabil, so reaktiv, dass auch sie sofort mit Wasser weiterreagieren.

D.6 Experimente zur Redox-Reihe gemäss Skript

in Kapelle bereit

  • Natrium in Petrol
  • Zum Schneiden des Lithiums und des Natrium: Glasplatte, Messer, grosse Pinzette, Handschuhe.
  • Kaliumpermanganat mit Rinnenspatel auf Papierserviette
  • NaCl (ges)
  • HCl (conc)
  • Schachtel mit RG, RG-Ständer

D.7 Thermit-Reaktion

!! ☠ siehe Sicherheitshinweise unter Durchführung ☠ !!

  • Schutzbrille, Mantel
  • Schutzhandschuhe (Gartenhandschuhe)
  • Wasser in der Nähe
  • Thermit-Gemisch mit Polylöffel
  • kleiner Blumentopf
  • 5-Rappen-Stück zum abdichten des Blumentopfs
  • Grosser, breiter, sandgefüllter Blumentopf
  • Thermit-Zünd-Stäbchen
  • Feuerzeug
  • Bunsenbrenner
Durchführung und Hinweise

D.1 Kupfer und Schwefel (als Illustration statt Aluminium und Schwefel)

  • In einem Reagenzglas erhitzen wir Schwefel bis zum Kochen.
  • Dann werfen wir ein 10 cm langes, blankes Kupferblech hinein. Den Schwefel erhitzen wir weiter, da er sonst abkühlt. Das Blech glüht tiefrot auf - eine prächtig anzuschauende Reaktion!
  • Wir gießen den überschüssigen Schwefel ab und untersuchen nach dem Abkühlen das Blech.

D.2 Quick and dirty-Versuch mit Zinkpulver und Kupfer(II)-chlorid dihydrat

  • Vorsicht! In ein grosses Pyrex-Reagenzglas werden ein gestrichener Polylöffel Kupfer(II)-chlorid dihydrat und ¼ bis 1/3 Polylöffel Zink-Pulver gegeben. Das Reagenzglas wird mit einem Stopfen verschlossen (Stopfen mit dem Daumen sichern). Dann wird das Gemisch leicht geschüttelt, bis...
  • Notiere die Reaktionsgleichung der ablaufenden Reaktion
  • War gemäss Redox-Reihe zu erwarten, dass eine Reaktion ablaufen würde?
  • Entferne das überschüssige Zink-Pulver mit Hilfe einer chemischen Reaktion aus dem Reaktionsgemisch.

D.3 Edle und unedle Metalle

  • Vorsicht! In ein Pyrex-Reagenzglas werden 1/5 Polylöffel verschiedener Metallpulver gegeben und ca. 1/2 mL HCl (1 mol/L) zugesetzt. Wenn nichts passiert, wird 1 mL konzentrierte Salzsäure zugesetzt.

D.4 Experimente zur Redox-Reihe: Bildung von Magnesiumoxid und Magnesiumnitrid

Reaktion mit Wasser ergibt genau dasselbe Produkt wie mit Sauerstoff, zudem eine Flamme (->Gasförmiger brennbarer Stoff). Was also geschieht? Magnesium ist so reaktiv, dass es sich O-Atome sogar aus Wasser krallen kann (würde uns nicht gelingen: es nützt nichts, Wasser einzuatmen, wenn der Sauerstoff etwas knapp wird.)

Nach dem Abbrennen: Magnesiumkegel auseinandernehmen. Innerhalb des weissen Magnesiumoxides findet man einen schwarzen Bereich: nachdem aller Sauerstoff aufgebraucht wurde, reagiert das Magnesium mit dem nächst reaktiven Gas: CO₂. Wieder entsteht dasselbe Magnesiumoxid (auch hier reisst sich das Magnesium die O-Atome), und was noch? Kohle! Weiter innen grünes Material. Zuspritzen von Wasser ergibt Dampf, Hitze, also ist das grüne Material nicht stabil, eine Notlösung. Geruch von Ammoniak -> muss N-Atome enthalten. Was könnte es sein? Magnesiumnitrid. Mg ist dermassen reaktiv, dass es also sogar mit Stickstoff reagieren kann, als Notlösung, wenn kein Sauerstoff zur Verfügung steht.

Nitrid-Ionen sind aber energetisch ungünstig und normalerweise nicht stabil, so reaktiv, dass auch sie sofort mit Wasser weiterreagieren.

In der Redox-Reihe für wässrige Lösungen bei pH 7 findet man Kohlendioxid (-2.44 V) und Stickstoff (- 0.28 V). Die Reaktionen sind zwar nicht ganz dieselben, weil hier keine Wasserstoffatome zur Verfügung stehen, aber ganz grob vergleichbar.

D.5 Experimente zur Redox-Reihe gemäss Skript

siehe Skript

D.6 Thermit-Reakion

Dieser Versuch muss draussen an einem feuersicheren Ort durchgeführt werden

Das entstehende Eisen bleibt lange sehr heiss, auch wenn es nicht mehr sichtbar glüht. Es besteht die Gefahr, dass Kunststoffbehälter aufgeschmolzen, Glasbehälter zerrissen werden und dass ein Thermitgemisch zündet ☠

Durchführung siehe Skript